← GOETHE CODE · ProjektübersichtWERKSTATT / BEHIND THE SCENES

Wie eine Geschichte
ihre Form findet.

Eine Arbeit zwischen Manuskript, Ortsrecherche und Bild. Hier werden ausgewählte Entscheidungen sichtbar, während die Geschichte weiterwächst.

WERKSTATTNOTIZ 01

Der Anfang ist eine Entscheidung.

Am Anfang von GOETHE CODE steht keine leere Werkstatt. Es gibt zu viele Notizen, Bilder und mögliche Wege. Die Schwierigkeit liegt darin, aus dieser Fülle eine Folge zu bilden, in der etwas auf dem Spiel steht.

Der Wechsel vom filmischen Entwurf zum Roman verändert die Arbeit. Eine Kameraanweisung kann einen Blick festlegen. Ein erzählter Satz muss erfahrbar machen, wer sieht, was ihm entgeht und wie sein Blick sich verändert. Der REGISSEUR darf deshalb auch dort unsicher bleiben, wo sein Konzept längst eine Antwort bereithält.

Eine kleine Entscheidung: Die Begegnung mit einer Straßenmusikerin bekommt ihren eigenen Raum. Sie soll mehr sein als eine Illustration musikalischen Rhythmus. In der Unterbrechung ihres Spiels tritt ein anderes Leben in die Recherche ein.

Der REGISSEUR zwischen Entwurfsseiten, Laptop und Schreibmaschine. KI-Konzeptillustration.
Das Atelier als Ausgangspunkt. Visueller Entwurf, KI-generiert.
WERKSTATTNOTIZ 02

Zwei Figuren brauchen
zwei eigene Wege.

Der REGISSEUR und Adrastos teilen Fragen nach Kunst und Identität. Wenn sie dieselben Gedanken nur an verschiedenen Orten wiederholen, entsteht daraus noch keine Spannung.

Die Arbeit an der Binnenfigur beginnt deshalb bei konkreten Unterschieden: Was muss Adrastos erledigen? Wem hat er etwas zugesagt? Was möchte er selbst hervorbringen? Solche Fragen geben ihm einen eigenen Tag und eigene Widerstände. Der REGISSEUR kann die Figur schreiben, aber er muss genauer hinsehen, bevor er ihr eine Bedeutung zuweist.

Auch Anna und Celia benötigen Interessen, die über eine Hilfe für die Männer hinausgehen. Ihre Präsenz bemisst sich daran, ob sie eine Situation verändern können — und ob etwas für sie selbst davon abhängt.

Weiter im Denkraum
DIE MATERIALSCHICHTEN

Das Archiv ist ein Anfang.
Der Roman eine Auswahl.

Die Aufzeichnungen stammen aus unterschiedlichen Werkphasen. Sie enthalten persönliche Fragen, filmische Skizzen, theoretische Erkundungen und Antworten aus der Zusammenarbeit mit KI. Ihr Nebeneinander zeigt eine Entwicklung, ohne schon eine geschlossene Handlung zu ergeben.

  1. 2023 / DIE FRAGE NACH DEM WEGAdrastos’ Krise, Ortswechsel und die Suche nach Sprache. Die metafiktionale Anlage ist bereits vorhanden.
  2. 2025 / DIE ENTSTEHUNG WIRD ZUM STOFFDie Beziehung von Autor, REGISSEUR und Figur rückt stärker in den Mittelpunkt. Das Projekt betrachtet seine eigenen Bedingungen.
  3. GEGENWART / DIE ROMANFORMDie Motive werden an Wahrnehmungen, Handlungen und unterschiedlichen Stimmen geprüft. Nicht jede frühere Möglichkeit muss in die Geschichte eingehen.

Die öffentlich gezeigten Ausschnitte sind eine Auswahl aus diesem Prozess. Eine frühe Fassung darf sichtbar bleiben, ohne den gegenwärtigen Text auf ihre Lösung festzulegen.

TEXT / BILD / KI

Ein Werkzeug liefert
noch kein Urteil.

Notizbücher, Kamera, digitale Archive und KI gehören zu dieser Werkstatt. Sie verändern, was sichtbar und formulierbar wird. Zugleich entstehen durch sie neue Abkürzungen: ein zu glatter Satz, eine überraschend passende Ordnung, ein Bild, das etwas behauptet, was der Text offenlässt.

Die visuelle Arbeit bietet ein konkretes Beispiel. Ein Szenenbild zeigte Adrastos körperlich neben dem REGISSEUR, obwohl die Szene keine solche Begegnung erzählte. Die zusätzliche Figur wurde entfernt. Die Illustration musste sich an der Entscheidung des Textes messen lassen.

Die Bilder dieser Website sind als KI-generierte Konzeptillustrationen gekennzeichnet. Sie erproben Atmosphäre und Figurenpräsenz. Die Auswahl und die weitere literarische Prüfung bleiben Teil der Autorenarbeit.

Zum visuellen Notizbuch
WEITERDENKEN

Den Gedanken weiter folgen.

Essays, filmische Erkundungen und Notizen aus einer Arbeit zwischen Kunst, Philosophie und gelebter Erfahrung.

Essays auf Substack